Geschichte der FF Wölsendorf

hierzu ein Auszug aus der Chronik zum 100jährigen Gründungsfest

Sicher haben sich die Wölsendorfer seit Entstehung des Dorfes in allen Not- und Gefahrensituationen zusammengeschlossen und sich gegenseitig geholfen. Wäre dies nicht so gewesen, hätte die Ortschaft nicht entstehen bzw. überleben können. Obwohl es urkundlich nicht mehr nachweisbar ist, dürfte eine Art "Feuerwehr" - also Personal, das zum zweckmäßigen Einsatz von Feuerlöschgeräten in der Lage war - bereits lange vor dem Kauf einer eigenen Feuerlöschmaschine bestanden haben. In dem öffentlichen Archiven sind Urkunden nur dann vorhanden, wenn die Ortsgemeinden mit den Verwaltungsbehörden in Kontakt getreten waren.

Lieber gehen wir zu dem über, was urkundlich nachweisbar ist: Das Königliche Bezirksamt Nabburg (Landratsamt) schrieb am 27. Januar 1888 an die Feuerlöschmaschinenfabrik des Hans Justus Christian Braun in Nürnberg und teilte mit, dass die Ortsgemeinde Wölsendorf beabsichtige, eine Feuerlöschmaschine vom Typ Lit. DS zum Preis von 480 Mark zu erwerben. Der Preis sollte in zwei Jahresraten bezahlt werden.[...]

Der Kauf einer Feuerwehrspritze war für die Ortsgemeinde Wölsendorf mit ihren damals 16 Rechtlern sicher keine Kleinigkeit. Auch wenn sich heute 480 Mark gerade zu gering anhören, war es doch eine enorme Leistung. Am 13. Februar 1888 hatte der damalige Bürgermeister Götz (Schwarzach) zu einer Ortsgemeindeversammlung geladen. Zur Versammlung waren 11 der 16 Rechtler erschienen. Einstimmig wurde folgender Beschluß gefaßt: "Das Erträgnis des hiesigen Ortsgemeindespatbruches beträgt jährlich ca. 500 Mark. Es wird nun hiermit beschlossen, die Kosten für die Anschaffung einer Ortsspritze aus diesem Anfalle in 3 Jahren zu decken".[...]

Nach einigen Verhandlungen wegen der Zahlung in drei Jahresraten bestätigt ein Aktenvermerk des Königlichen Bezirksamtes vom 2. September 1888, dass die Löschmaschine bereits geliefert worden war. Wann dies genau geschehen war, lässt sich aus den im Staatsarchiv vorhandenen Unterlagen nicht feststellen. Aus den Wiedervorlagevermerken ist auf eine Lieferung zwischen dem 3. Mai und dem 2. September 1888 zu schließen.[...]

Die "Feuerlöschmaschine" allein macht aber noch keine Feuerwehr. Ohne eine Löschmannschaft wäre die Spritze ein wertloses Ausstellungsobjekt gewesen. Die Wölsendorfer machten sich daher im Jahre 1888 daran, eine Feuerwehr aufzustellen. Über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ist keine Niederschrift o. ä. mehr vorhanden. Die "Grundliste", die am 28. März 1914 dem Bezirksamt Nabburg vorgelegt worden war - sie ist im Original noch vorhanden -, gibt als Gründungsdatum den 3. Februar 1888 an. Sie ist insoweit in sich widersprüchlich, als die Mitgliedschaft der ersten Feuerwehrleute mit dem 1. Juni 1888 angegeben ist. Vermutlich war zum letztgenannten Datum die Einsatzbereitschaft hergestellt, d.h.also die Spritze übergeben. Zwar ist in anderen Unterlagen des Staatsarchives Amberg (Aufstellung vom 1. Juni 1898) die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Wölsendorf unter dem 9. Januar 1893 angegeben, dies dürfte aber nicht richtig sein. Es könnte sich bei diesem Datum um die Gründung des "Feuerwehrvereins" handeln, aus dessen Mitgliedern sich die Freiwillige Feuerwehr rekrurtierte.

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